Wasserkreislauf

Wasserkreislauf

Der Wasserkreislauf beschreibt die Zirkulation von Wasser zwischen den einzelnen Reservoiren. Die größten Wasserspeicher der Erde sind die Ozeane, aber auch Flüsse, Binnenseen und Gletscher gehören dazu. Der Austausch zwischen den einzelnen Speichern erfolgt dabei durch Verdunstung, Niederschlag, Versickern und Abfluss in die Ozeane. Das Wasser der Erde befindet sich demzufolge im ständigen Kreislauf und durchläuft (in verschiedenen Zeitskalen) auch alle Wasserreservoire. Für die Umverteilung des Wassers besonders wichtig ist die Atmosphäre. Sie enthält zwar nur wenig Wasser, sorgt jedoch für einen relativ schnellen Transport des aufgenommenen Wassers in andere Gegenden der Erde. Über die Verdunstung aus den Ozeanen erhält sie dabei das meiste Wasser. Neben dem globalen Wasserkreislauf, der alle Wasserspeicher und Verteilungswege mit einbezieht, können auch Teilwasserkreisläufe betrachtet werden.

Foto © Dagmar Zechel / PIXELIO

Gebrauchswasserkreislauf

In den natürlichen Wasserkreislauf vom Regen über Grundwasser und Oberflächenwasser zu Luftfeuchte und Regen hat sich der Mensch mit seinem Kreislauf aus Trinkwasser und Abwasser eingeklinkt. Dabei vertraut er auf die Selbstreinigungskräfte der Natur, denn er leitet das Abwasser in vielen Ländern vorwiegend ungereinigt in Flüsse, Seen, Meere und Grundwasser ein. An anderen Stellen entnimmt er wieder Wasser aus Flüssen, Seen und Grundwasser zu Trinkzwecken, häufig ohne es vorher zu testen oder zu reinigen. D.h. häufig ist der Mensch sich nicht dessen bewusst, dass alles Wasser letztendlich zusammenhängt und sich austauscht. Das geht soweit, dass Kleingärtner auch im aufgeklärten Deutschland im 3. Jahrtausend das Abwasser Ihres WC ungeklärt in den Boden einleiten und ein paar Meter weiter einen Brunnen zur Trinkwasserentnahme unterhalten.  In Deutschland wird mittels der „Abwasserverordnung von 2001“ das Ausmaß der Verschmutzung von Abwasser gesetzlich begrenzt und mittels der Trinkwasserverordnung von 2001, geändert 2012, die Qualität des Trinkwassers gesichert. Trotzdem zeigt sich auch hier, dass bestimmte Substanzen über den gesamten Wasserkreislauf mitverteilt werden.

Wasser-Situation Deutschland & Berlin

Mit einem verfügbaren Wasserangebot von 188 Mrd. m3 ist Deutschland ein wasserreiches Land. Davon werden weniger als 20% durch den Menschen genutzt, und nur ein Bruchteil davon für die öffentliche Wasserversorgung mit abnehmender Tendenz. In Berlin hat sich der Verbrauch von Leitungswasser in den letzten 20 Jahren zum Beispiel halbiert. Dadurch können mit Altlasten verseuchte Grundwasserleiter saniert werden bzw. man ist auf deren Wasser nicht mehr angewiesen. Andererseits wird es notwendig, überdimensionierte Trink- und Abwasserrohre separat zu spülen, um der Verkeimungsgefahr im Leitungsnetz entgegenzuwirken. Außerdem gibt es in einigen Gegenden Probleme mit dem wieder steigenden Grundwasserspiegel, z.B. weil Keller feucht werden.

 

Die ersten Berliner Wasserwerke nutzten das Oberflächenwasser z.B. der Spree oder des Müggelsees. Oberflächengewässer in intensiv genutzten Regionen sind aber stark durch unmittelbare Verunreinigungen gefährdet, z.B. durch Einleitung von Abwasser bzw. gereinigtem Abwasser aus den Klärwerken oder durch Einsickern von Düngemitteln und Pestiziden aus landwirtschaftlicher Nutzung der angrenzenden Gebiete. Daher verarbeiten die Berliner Wasserwerke inzwischen ausschließlich Grundwasser bzw. Uferfiltrat zur Herstellung von Leitungswasser.

 

Das Berliner Abwasser wird in sechs Klärwerken mehrstufig gereinigt, das gereinigte Abwasser wird in Oberflächengewässer abgegeben, und zwar zum großen Teil über den Teltowkanal in die Havel und teilweise in die Spree und den Tegeler See.

 

Bundesweit wird auch Oberflächenwasser zur Trinkwassergewinnung eingesetzt. Ca. 4 Millionen Menschen aus Baden-Württemberg z.B. erhalten ihr Trinkwasser aus dem Bodensee.

 

Quellen: